Gedanken zum eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag

Grussbotschaft von Stadtratspräsident Philippe Messerli in der Kirche Nidau

 

Liebe Gottesdienstbesucherinnen und -besucher

Ich freue mich und es ist eine besondere Ehre für mich, Sie als Stadtratspräsident von Nidau hier zu begrüssen und die besten Wünsche der Stadt Nidau auszurichten.Bettag

Der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist ein gemeinsamer Tag von Staat und Kirche. Er bietet uns eine gute Gelegenheit, um über das Verhältnis von Staat und Kirche, von Politik und Glauben nachzudenken. Zwischen Staat und Kirche bestehen viele Unterschiede. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte. Sowohl für den Staat wie für die Kirche geht es letztlich darum, das Beste für das Wohl des Landes zu suchen. Das ist – ich gebe es zu – nicht immer einfach. Es gibt viele – auch unterschiedliche Interessen und Vorstellungen.

Immer wieder werden Stimmen laut, die Kirche habe sich aus Staat und Politik herauszuhalten, politisch neutral zu sein und ihre Aktivitäten auf die Seelsorge und kirchliche Angelegenheiten zu beschränken. Ich persönlich bin da gegenteiliger Meinung. Die Kirche sollte sich unbedingt politisch engagieren! Sowohl in der Politik wie auch in der Kirche steht der Mensch mit seinen Errungenschaften und Problemen im Zentrum. Die Kirche darf sich nicht von der gesellschaftlichen Realität loslösen und nur mit sich selber beschäftigen. Beim Glauben geht es nicht nur um das Seelenheil, sondern um ein ganzheitliches Christsein und Engagement. Das Ziel muss sein, auf der Grundlage des Glaubens alle Lebensbereiche positiv und nachhaltig zu prägen und zum Guten hin zu verändern.

Auf der anderen Seite wird immer wieder gesagt, dass der Staat sich konfessionell neutral verhalten soll. So gibt es Tendenzen, alle christlichen Bezüge und Inhalte aus unseren Schulstuben zu verbannen. Wer dies fordert, der sägt am Ast, auf dem er selber sitzt. Die christliche Religion ist unsere kulturelle Basis. Im Christentum liegen unsere Wurzeln, gründet unsere Identität. Unsere Werte und Kultur sind nicht im luftleeren Raum entstanden. Sie haben eine Geschichte und die ist untrennbar mit dem Christentum verbunden. Kunst und Kultur, Ethik und Moral, Malerei und Musik können ohne Kenntnisse der Bibel gar nicht verstanden werden. Auch wer sich nicht ausdrücklich zum christlichen Glauben bekennt, zweifelt keinen Moment daran, dass gegenseitiger Respekt, Solidarität und das Recht auf Leben grundlegende Werte unserer Gesellschaft sind.

Staat und Kirche können viel voneinander lernen und einander unterstützen. So ist die Kirche z.B. in der Lage, konstruktive Beiträge zu werte-orientierten Themen wie zum Beispiel Familien- oder Asylpolitik oder zu ethischen Fragen zu leisten. Die Kirche soll auch den Schwachen in unserer Gesellschaft eine Stimme verleihen und sich für deren Anliegen einsetzen.

Der Staat seinerseits sollte trotz Säkularisierung ohne falsche Scheu zu seinen christlichen Wurzeln stehen und dafür besorgt sein, dass die biblischen Überlieferungen, christliche Werte, Feiertage und Traditionen weiterhin in der Schule vermittelt werden. Denn eine bessere Kenntnis der eigenen Wurzeln schafft Identität, gibt Sinn und Orientierung. Und das wiederum stellt eine wichtige Basis dar, damit wir in unserer Gesellschaft verantwortungsbewusst handeln können.

Der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist wie eingangs erwähnt ein gemeinsamer Tag von Staat und Kirche. Staat und Kirche sind wir alle. Wir sind mündige Bürgerinnen und Bürger und wissen – dass wir nicht alles selber lenken können. Es braucht in vielem Gottvertrauen. Und das haben wir; sonst wären wir heute nicht hier zusammen.

Dieser heutige Feiertag ist darum auch ein Tag der Ruhe, an dem wir unseren Dank, aber auch unser Versagen, unsere Sorgen und Anliegen vor Gott bringen und um seine Hilfe, Weisheit und Vergebung bitten können. Unser Staat, unsere Kirche, unsere Entscheidungsträger, wir alle, sind auf Gottes Gnade angewiesen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen gesegneten Dank-, Buss- und Bettag. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

EVP fordert Proporzwahl für den Regierungsrat

Die beiden EVP-Grossräte Philippe Messerli (Nidau) und Patrick Gsteiger (Eschert) fordern mit einer Motion die Einführung des Proporzwahlsystems (Verhältniswahlverfahren) bei der Wahl des Regierungsrates. Dabei sollen die Ansprüche des Berner Juras (Sitzgarantie) gewahrt bleiben.

Die beiden Motionäre sind der Ansicht, dass das bestehende Majorzwahlverfahren unbefriedigend ist und es sehr gute Gründe für einen Wechsel zuBlick am Abendm Proporzwahlsystem der Kantonsregierung gibt. So besteht im Kanton Bern seit 8 Jahren eine Diskrepanz zwischen den Mehrheitsverhältnissen im Grossen Rat und der Regierung. Dies führt zu Spannungen zwischen Parlament, Regierung und Volk, was der Qualität des politischen Prozesses abträglich ist. Das Proporzwahlsystem bildet im Gegensatz zum Majorzwahlverfahren die beste Gewähr dafür, dass die Regierung gemäss der effektiven Wählendenstärke der Parteien zusammengesetzt ist und sichert damit ausgewogene Machtverhältnisse.

Bei einer Proporzwahl können die Wählenden zudem aus einem reichhaltigen Angebot an Kandidierenden auswählen. Jede Partei oder Gruppierung hat die Möglichkeit, sieben Kandidierende nach verschiedensten Kriterien wie Alter, Region, Beruf oder Geschlecht aufzustellen. Dadurch wird der Wettbewerb der Ideen und Köpfe gefördert. Und nicht zuletzt erhöht das Proporzwahlsystem die Chance, dass auch kleine und mittlere Parteien einen Sitz in der Regierung erreichen können.

Lesen Sie dazu den Artikel im „Blick am Abend“ vom 5. September 2014, bitte hier klicken!

 

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